Stoffy’s Weblog

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Vietnam ist ein Land…

…und kein Krieg.
In den letzten Wochen hab ich immer wieder erfahren, dass viele Menschen keine Ahnung über Vietnam haben.
Wenn ich erzähle, dass ich für ein Jahr nach Vietnam gehe sind Reaktionen wie: „Ist dort nicht Krieg?“, „Ihh, die essen doch Hunde“ oder „Bist du in Nord oder Südvietnam?“ ganz normal. Deshalb versuch ich mal mit diesem Beitrag ein bisschen aufzuklären. Zuerst einmal ein paar geographische und geschichtliche Fakten über das Land.
Vietnam ist ein Staat in Südostasien und grenzt an China, Laos, Kambodscha und das Südchinesische Meer. Vietnams Flächenausdehnung ist ungefähr wie die Deutschlands. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 1.650 km, die Ost-West-Breite bis zu 600 km, während die schmalste Stelle in Mittelvietnam nur 50 km breit ist. Die Küstenlinie hat eine Länge von über 3.400. Die Bevölkerungszahl Vietnams wird auf etwa 85,5 Millionen Menschen geschätzt.
Der Vietnamkrieg (auch Zweiter Indochinakrieg oder Amerikanischer Krieg) bezeichnet die letzte, besonders verlustreiche Etappe in einem dreißigjährigen bewaffneten Konflikt, der 1946 mit dem Widerstand der vietnamesischen Kommunisten und anderer Gruppierungen gegen die französische Kolonialmacht begonnen hatte.
Seit dem Jahre 1954 war Vietnam in einen kommunistischen Norden und einen antikommunistischen Süden geteilt, was zunächst als Provisorium gedacht war. Der Süden wurde nur wenige Jahre später Schauplatz eines Bürgerkriegs, den die Vereinigten Staaten als Bedrohung ihrer Interessen interpretierten. Der offene Krieg der USA begann mit der Bombardierung Nordvietnams vom 2. März 1965. Am 8. März 1965 landeten die ersten regulären US-Kampftruppen im Land.
Die Sowjetunion und die Volksrepublik China stellten Nordvietnam militärische Hilfe zur Verfügung. Ab 1970 weiteten die Vereinigten Staaten ihre militärischen Aktionen, insbesondere die verheerenden Bombardierungen, auf die Nachbarstaaten Kambodscha und Laos aus. Die USA konnten ihr Ziel – Stabilisierung des Südens – allerdings nicht erreichen, sodass ab 1969 bis zum März 1973 die US-Truppen wieder aus Südvietnam abgezogen wurden. Der Krieg endete mit der Einnahme Saigons am 30. April 1975 durch nordvietnamesische Truppen und hatte die Wiedervereinigung des Landes zur Folge.
Der Vietnamkrieg forderte etwa drei Millionen Todesopfer, davon waren zwei Millionen Zivilpersonen. Vier Millionen Menschen erlitten schwere Verletzungen.
Am 2. Juli 1976 wurden Nord- und Südvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam wiedervereint. Saigon, die ehemalige Hauptstadt Südvietnams, wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.
Das im Gefolge des Vietnamkrieges entstandene Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha und vor allem das Ausbreiten von kriegerischen Auseinandersetzungen auf vietnamesisches Gebiet veranlassten Vietnam, in Kambodscha einzumarschieren. Am 7. Januar 1979 eroberten vietnamesische Truppen die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh und errichteten am 8. Januar einen von Vietnam abhängigen „Revolutionären Volksrat“. Angesichts der moskautreuen Politik der Vietnamesen und der Tatsache, dass die Volksrepublik China die Regierung der Roten Khmer unterstützt hatte, provozierte China daraufhin entlang der Grenze zu Vietnam bewaffnete Auseinandersetzungen, die als Erziehungskrieg bekannt wurden. Während der vier Wochen lang anhaltenden Kämpfe erlitten beide Seiten hohe Verluste. China zog sich schließlich wieder zurück und gab an, seine Ziele erreicht zu haben. Der Konflikt endete ohne klaren Sieger. Erst 1989 zog Vietnam sich aus Kambodscha zurück.
Nach dem Ende des US-Handelsembargos 1994, der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu den Ländern des Westens und der Integration in internationale Organisationen und Staatenbündnisse konnte Vietnam Anschluss an den Weltmarkt gewinnen und erste Erfolge verzeichnen.
Inzwischen ist das Land zweitgrößter Reisexporteur der Welt, die jährlichen Wachstumsraten sind respektabel und der Tourismus erweist sich als einer der Motoren des Aufschwungs. Ausländische Investoren wissen die freizügigen Gesetze, die hohe Arbeitsmoral und die niedrigen Löhne zu schätzen. Auch wenn das Wachstum zuletzt ins Stocken geraten ist, wird Vietnam sogar der Sprung vom Entwicklungs- zum Schwellenland zugetraut.

Das war der erste Teil meines „lerne etwas über Vietnam“ Beitrags. Bald wird der 2. Teil „Land und Leute“ kommen.

Bis bald und schöne Grüße aus Bad Waldsee

24. Juni 2008 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Umzug

Hallo Leser.

Aufgrund mehrerer Probleme mit myblog.de hab ich meinen Blog hierhin verlegt.
Wer ältere Artikel lesen will findet sie unter: http://zivi.invietnam.myblog.de

Gruß

24. Juni 2008 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar